Am 22.04. wurden wir von einem Bus, der aus Bugul’deyka einmal am Tag nach Irkutsk fährt schon früh morgens um kurz vor 6 Uhr abgeholt. Die liebe Lena der Unterkunft hatte uns noch ein Frühstück zum Mitnehmen vorbereitet und wir hofften eigentlich, dass wir auf der Fahrt die Gelegenheit zum Essen haben werden. Dem war nicht so. Der Bus war schon fast voll, als wir einstiegen. Unser Fahrer hatte es auch etwas eiliger als Volodya auf unserer Hinfahrt. Es war fast so schön wie fliegen. 😉 So waren wir dann immerhin schon um 9 Uhr in Irkutsk. An einem zentralen Punkt in der Stadt ließ der Fahrer alle Fahrgäste raus. Wir versuchten ihn zu fragen, ob er uns auch am Bahnhof rauslassen könnte. Unsere Versuche klappten erst, als Kristin ihr Handy rausholte und ihm den Bahnhof auf der Karte zeigte. Schwupps packte er unsere Koffer wieder ein und wir stiegen wieder ein. Hatte geklappt, vom Bahnhof aus war unser Hostel für die Nacht nicht weit weg und wir machten uns auf den Weg. Das Viertel, durch das wir laufen mussten, war nicht das schönste. Das Hostel lag in einem Häuserblock, aber immerhin konnten wir schon vor dem eigentlichen Check-In in unser Zimmer. Dann gab’s endlich auch erstmal das leckere Brei-Frühstück mit viel Ei. Nach kurzer Pause zogen wir los in die Stadt. Irkutsk ist sehr gut auf Touristen vorbereitet, jedoch gibt es davon dort nicht so viele. Wir fanden einen grünen Faden – so wie es in Hannover den roten Faden gibt, gibt es dort den grünen. Wir kamen vorbei an Statuen, Denkmälern, Kathedralen, schönen und nicht so schönen Häuschen, einem typischen russischen Markt, auf dem wir schon Lebensmittel und andere Leckerein für die Zugfahrt kauften, bis wir in eine Straße gelangten, in der die alten Häuschen gehegt und gepflegt werden. Dort setzten wir uns in ein Restaurant und ließen den Tag so schon etwas eher ausklingen.







Um 18:30 Uhr machten wir uns dann auf den Rückweg ins Hostel, der sich dann doch etwas länger rausstellte als gedacht. Mit einem Zwischenstopp in einem Supermarkt waren wir dann gegen 20 Uhr wieder im Hostel.
Fazit zu Irkutsk: Kann man machen, muss man aber nicht (Kristin), gut, dass wir vorher in Bugul’deyka waren und nicht hier (Miriam). Ich stimme beiden voll und ganz zu. So war es für uns am nächsten Morgen viel entspannter und wir hatten nur einen 10 Minuten Weg bis zum Bahnhof.
Endlich wieder Regenerationszeit. Es geht weiter mit der Eisenbahn.

Um 8:20 Uhr fuhr unser Zug los in das mongolische Abenteuer. Sehr pünktlich verließen wir die Stadt bei strahlend blauem Himmel. Die erste Zeit ging es am Fluss entlang bis wir dann an den Baikalsee kamen. Dieser war weiter im Süden noch mehr zugefroren, als da, wo wir davor waren.


Als dann auf einmal auch die schneebedeckten Berge im Hintergrund auftauchten, war das wieder einer der Wow-Momente für uns. Der Blick war wunderschön. Eine Zeit lang wechselten die Berge von der rechten zur linken Zugseite und wir fuhren bestimmt 200km an dieser Kulisse entlang.

Die transmongolische ist um einiges luxeriöser als die transsibirische Eisenbahn. Hier liegt Teppich auch im Flur, das heiße Wasser wird einem gezapft und die Toiletten sehen total gut aus. Verhältnismäßig haben wir aber für diese viel kürzere Strecke mehr gezahlt, als für die lange.

Es waren mit uns auch nur noch vereinzelt weitere Fahrgäste im Wagen. Es war sehr ruhig. Der erste längere Stopp war in Ulan-Ude. Dort gönnten wir uns nochmal schnell ein russisches Magnum, es war schließlich nicht mehr so kalt wie am Baikalsee. 😉

Nach dem Stopp mussten wir uns dann auch schon wieder mit dem Mittagessen befassen. Da die Zeit im Zug wie im Flug vergeht, sind wir öfters in Stress geraten. Wann wir was essen oder machen, war oft die Frage, damit wir auch alles in einen Tag hineinbekamen. 😉
Die Landschaft änderte sich langsam. Das Land war längst nicht mehr so sauber, wie wir es in Moskau erlebt hatten.
Nach einer Weile kamen wir dann endlich zur Grenze. Wir wussten nicht, wie der Grenzübergang ablaufen würde. Wir blieben also wartend im Zug sitzen. Irgendwann kam ein Grenzbeamter, der unsere Pässe sehen wollte. Dieses war auch nicht das erste Mal, seitdem wir im Zug saßen. Dieses Mal bekamen wir aber nach kurzer Kontrolle alle unsere Ausreisestempel. Danach kam noch eine Frau zur Kontrolle unserer Taschen und ein weiterer junger Mann, der dann nochmal die Kabine unter die Lupe nahm.
Nachdem die russische Seite abgehandelt war, wir doch recht positiv von der Freundlichkeit überrascht waren, ging es mit dem Zug eine Weile weiter bis wir in der Mongolei an der Station ankamen, wo das fast das gleiche Spielchen nochmal los ging. Die Grenzbeamtin aus der Mongolei war allerdings weniger freundlich. Die Kommandos „Stand up“ and „Sit down“ kamen schon recht harsch von ihr rüber. Sie nahm unsere Pässe mit, eine andere Dame durchleuchtete kurz unser Abteil und dann warteten wir. Nach ca. 45 Minuten hatten wir erleichtert unsere Pässe wieder in den Händen und wir konnten uns endlich schlafen legen. Um kurz nach 6 war die Nacht dann auch schon wieder vorbei. Mit Ausschlafen hat dieser Urlaub wenig zu tun 😉 wir packten zusammen, machten uns fertig und um 6:50Uhr kamen wir dann in Ulan-Bator an. Am Gleis wartete direkt Sodo auf uns. Den Kontakt zu Sodo hatte ich durch einen Arbeitskollegen bekommen und Sodo war unser Guide für die nächsten 6 Tage. Er kam mit einem Fahrer und wir machten uns direkt auf dem Weg ins Hotel. World Mongolia Hotel – unsere bis jetzt beste Unterkunft. Total groß und drei schöne Betten. Wirgingen nach der Ankunft schnell was frühstücken, duschten und fuhren um 9 Uhr los in den Gorkhi Terelj Nationalpark.

Auf dem Weg dorthin hielten wir an einem Steinhaufen. Ein buddhistischer Brauch besagt, dass man 3 Steine auf den Hügel wirft und dann 3-mal im Uhrzeigersinn um den Haufen geht, bringt dieses Glück für die Familie und für die Reise. Daher haben wir das natürlich gemacht.

Nach dem kurzen Stopp fuhren wir direkt weiter in den Nationalpark. Erster Stopp war der Schildkrötenfelsen. Auch dort gab es wieder einen Steinhügel. Ich sah Sodo wieder Steine sammeln und fragte ihn ob man das immer machen würde und er antwortete, dass er gerne Glück hat, daher macht er es immer, wenn er die Gelegenheit dazu hat. Diese Gelegenheit ließen wir uns auch wieder nicht nehmen.

Nach kurzer Weiterfahrt kamen wir zu einem buddhistischen Meditationstempel. Aus der Ferne sah dieser aus wie ein Elefantenkopf. Die seitlichen Flügel des Hauses seien die Ohren und die Treppe der Rüssel.


Wir gingen den Weg hinauf und anschließend noch die 108 Stufen bis zum Tempel. Oben angekommen drehten wir an den Gebetsmühlen und gingen wieder im Uhrzeigersinn um das Haus herum.

Auf den Gebetsmühlen sind die heiligen Bücher in tibetischer Sprache und wenn man diese dreht heißt es, dass man das Buch liest und diese Gebete aufnimmt. Wir ließen die Aussicht noch auf uns wirken und stiegen dann die Treppen wieder herab zurück zum Eingang. Wir nutzten noch die Gelegenheit auf die Toiletten zu gehen. Das war die gruseligste Toilette, die ich bis jetzt gesehen hab. Ich dachte der Boden bricht jede Sekunde unter mir zusammen und ich sitze in der Scheiße. 😄 ist aber alles gut gegangen. Wenigstens hatte man eine schöne Aussicht nach vorne, denn Türen hatten die Toiletten auch nicht 🙂
Nach dem Besuch im Nationalpark führen wir zurück in die Stadt. Wir holten Bargeld, gingen mongolisch essen (Schaf ist nicht so meins…), suchten im Biggest Souvenir Shop nach Postkarten, kauften bei der Post Briefmarken und schauten und den Chinggis Khaan Platz an, mit dem Regierungsgebäude und danach noch das Bogd Khaan Palast Museum an.




Sodo erzählte uns viel über die Geschichte von Ulan-Bators und auch dem Buddhismus, als wir im Museum waren. Sonst hat Ulan-Bator leider nicht so viel zu bieten. Aber wir sind ja auch hier um das Land, die Natur und die Leute kennenzulernen und machen uns morgen auf den Weg ins Land. Bevor es zurück ins Hotel ging wollten wir noch „made in mongolia“ Handschuhe und Socken kaufen. Diese hatten wir auf einem Markt in Russland gesehen und dachten es macht mehr Sinn, wenn wir die hier kaufen würden. Wir wurden in der zweiten Fabrik dann auch fündig. Ob es wirklich die Fabrik war, oder nur ein Laden in dem man die Produkte kaufen konnte, war nicht so ersichtlich. Nach erfolgreichem Shopping bahnten wir uns unseren Weg durch den Stau Ulan-Bators. Der Verkehr ist gruselig. Fußgänger und Radfahrer haben hier wenig Chancen. 😀 man muss sehr schnell eine Straße überqueren, wenn man dann mal das Glück hat, dass alle Auto für einen halten. Es gibt 1,5 Mio. Einwohner in dieser Stadt und 500.000 Haushalte sollen wohl alle ein Auto haben. So fühlt es sich auch an.
