20.10.18: Just the normal life

Bilder folgen ….

 

Oh wow, nun ist schon wieder eine Woche vergangen, seitdem ich meinen letzten Post geschrieben hatte. Ehrlich gesagt dachte ich anfangs, dass die Überschrift passt, denn als ich über die vergangene Woche nachdachte, dachte ich, dass ich gar nicht so viel gemacht hatte. Dem war aber gar nicht so. Freitag, 12.10.18 war ich erst im Cradle und war eigentlich mit der Gründerin von STEP Afrika verabredet. Das Treffen fand aber leider nicht statt. Daher bin ich dann wieder zurück in die Stadt und dann zusammen mit Sarah los eine Gitarre für Emmanuel kaufen. Er musste seine aus finanziellen Gründen leider verkaufen und er liebt das Gitarre spielen. Damit uns der Verkäufer auch ja nicht über den Tisch zieht, ist er sicherheitshalber mit zu dem Laden gekommen. Nachdem der Kauf erledigt war, sind wir am Sanawari in ein Restaurant und haben uns da wieder mit Carla getroffen. Es gab endlich mal wieder Chips Mayai. Pommes in Ei gebraten, dieses Essen gehört hier zu den Spezialitäten und wir essen es doch relativ oft. 😉

Auf dem Weg nach Hause sind wir zu dritt an der Hauptstraße entlang. Es war schon dunkel und eigentlich hab ich mir da nie Gedanken gemacht. Carla trug ihre Tasche allerdings in Richtung Verkehr und schwups versuchte jemand, ihr die Tasche abzunehmen. Ging aber gut, der Riemen ist gerissen, aber sie konnte die Tasche noch festhalten. Wir legten einen Schritt zu nach Hause. 😉

Samstagmorgen sind wir zusammen ins Mwanga. Dort haben Carla und Sarah eine Art Sommerfest veranstaltet. Sie nutzten dieses Fest um ihre Spenden zu verteilen. Eine sehr schöne Idee. Eigentlich wollte ich den Tag über auch dabei sein, jedoch hatte ich mich dazu entschieden kurz mit zu einer Werkstatt für mein neues Auto zu fahren (Ja genau, nun ist es raus. Ich hab hier nen Land Cruiser gekauft ;)). Allerdings ist der Begriff „kurz“ hier irgendwie nicht existent. Als wir in der Werkstatt fertig waren, war auch das Fest im Mwanga vorbei und wir fuhren gemeinsam nach Hause, machten uns frisch und fuhren gemeinsam mit Emmanuel zu Khans Barbeque.

Am Sonntag wollte ich eigentlich ehemalige Kinder des Cradle besuchen, dieses verschob sich allerdings, da weder Elizabeth noch Psteen Zeit dazu hatten und die beiden sollten ja auch mal ihr Wochenende genießen 🙂 Also fuhren wir, wieder Carla, Sarah, Emmanuel und ich zu den Hot Springs. Zuvor legten wir noch einen kurzen Stop am Lake Duluti ein. Er gilt als tiefster See in Tansania mit angeblich 700m. Wer weiß, aber wo diese 700m gemessen sind.  Ebenfalls gab es einen kurzen Stopp am Cradle, da es dort am Tag zuvor einen Kurzschluss gab und nun der Strom weg ist. Immer noch. Denn bislang ist noch nicht genug Geld hier angekommen um die Kabel zu erneuern. Bei den Hot Springs verbrachten wir dann den ganzen Tag bis zum Sonnenuntergang. Dieser war mein Highlight und einfach wunderschön.

 

Schon brach wieder eine neue Woche an. Die Zeit verfliegt so schnell, weil ich doch im Gegensatz als zuerst gedacht, recht viel zu tun hatte. Ich fuhr am Morgen wieder mit Eliza zusammen ins Cradle. So kann ich die ätzenden Dalla-Fahrten meiden. 🙂 An diesem Tag machten wir Hausbesuch Nummer 1. Dieser Besuch war bislang der, der mich am meisten berührt hat. Wir fuhren mit einer Nanny, die sich in der Gegeng auskannte, wo die kleine Rachel nun wohnt, gegen 13:30 Uhr los. Wir kaufen ein Mitbringsel ein und machten uns auf den Weg. Rachel kannte ich noch aus meinem allerersten Aufenthalt hier im Cradle und war sehr gespannt, wie die Kleine sich wohl so entwickelt hat. Wir kamen an dem Haus an und der Zustand vom Haus war eher nicht so gut. Sie lebt nun bei Ihrem Onkel und dieser hatte leider im Juni dieses Jahres einen Motorradunfall und verlo dabei seinen linken Unterschenkel. Seitdem ist die Situation für die Familie noch kritischer. Sie haben einen kleinen Shop eröffnet, um durch diesen ein wenig Geld einzunehmen. Giving Smiles e.V. überlegt nun, wie man dieser Familie mit 5 Kindern helfen kann. Vermutlich werden wir als erstes versuchen eine Prothese für den Onkel zu finanzieren. Denn ohne Geld kann keines der 5 Kinder zur Schule gehen… Dieser Besuch berührte Magdalena, eine andere Freiwillige und mich sehr. Wir fuhren recht nachdenklich zum Cradle zurück.

Später traf ich mich noch mit Sarah im Hostel und wir gingen hier nebenan in ein Restaurant. Die Bedienung lehnte sich bei der Aufnahme unserer Bestellung etwas weit auf den Tisch, sodass wir immer wieder fast von Ihrer Oberweite erschlagen worden waren. 😉 Na ja, wir fanden uns damit ab und ließen uns das Essen schmecken. Und um sicher zu gehen, dass wir in der Dunkelheit gut nach Hause kommen, hatten wir die gute Alarmuhr dabei 😉

Nun schreibe ich ja doch schon wieder so viel, ich dachte ich kann mich dieses mal ein wenig kürzer halten 😉 Klappt leider nicht so, da ich mir so auch ganz gut meine Gedanken von der Seele schreiben kann 😉

Der Dienstag startete wie der Montag. Auch am Dienstag besuchten wir ein ehemaliges Kind aus dem Cradle. Dieses Mal den 5 jährigen Rizwan. Dieser Besuch war um einiges „angenehmer“ als der erste am Vortag. Wir kamen leider etwas zu früh bei ihm zu Hause an, da Rizwan das Glück hat und bereits einen Sponsor um zur Schule zu gehen, war er eben noch in der Schule. Wir nutzten die Zwischenzeit um uns die Gegend anzuschauen. Psteen führte uns ein wenig rum. Als Rizwan dann wieder von der Schule zurück war, strahlte er über das gesamte Gesicht. Im Gegensatz zu Rachel, sie war sehr verschüchtert und lief eher davon als wir kamen. Rizwan fühlt sich bei seiner Oma sehr wohl. Der Kleine braucht allerdings eine Operation. Der Kleine leidet unter einer Hernie. Wenn ich das richtig verstanden habe. Nachdem wir uns herzlich von der Familie wieder verabschiedet hatten, bin ich noch schnell mit zu Psteen und habe meine Wäsche eingesammelt. Die Damen des Hauses waren so nett mir zu helfen. Psteen fuhr mich dann wieder nach Arusha und dann, wie sollte es anders sein, gingen wir doch glatt wieder ins gleiche Restaurant wie den Tag zuvor. 😉 Also doch just the normal life 😉

Mittwoch, endlich mal wieder ein Tag in der Stadt. Ich hatte mich schon total darauf gefreut, dass ich endlich mal wieder in der Stadt bleiben und einfach meine Sachen erledigen konnte. Ich konnte auch endlich meine Sachen von Mama Susi abholen – So schön. So eine Hose werde ich mir nochmals schneidern lassen. Ich wartete kurz auf Psteen und wir fuhren zu dem Training der Nannys. Wir haben uns angeschaut, wie das Training abläuft und die Nannys nach ihrer Meinung gefragt. Sie waren alle begeistert und sind froh, dass sie diese Möglichkeit bekommen haben. Bevor wir mit den Nannys sprechen konnten sind wir noch kurz durch die Gegend gelaufen und haben in einem kleinen lokalen Restaurant Reis mit Bohnen und grünem Gemüse gegessen. Nachdem das erledigt war, hab ich es an dem Tag endlich geschafft viele Dinge von meiner To Do Liste zu streichen. Da hier immer alles anders läuft als geplant, war das ein voller Erfolg.

Da Giving Smiles e.V. nicht nur vor hat das Cradle zu unterstützen, sondern eben auch die Kinder, die wieder zurück in den Familien sind, haben wir am Donnerstag 4 Familien besucht. Aus zwei Familien kannte ich noch die Kinder. Es ist immer besonders schön, zu diesen Familien zu fahren. Die Familien die besucht werden, haben es auf irgendeine Weise besonders schwer. Sie haben kein Einkommen, leiden unter verschiedensten Krankheiten oder sie sind einfach durch die Wohnlage benachteiligt. Wir fuhren durch die staubigsten Gegenden, durch die ich je gefahren bin. Egal wo wir ankamen, wir wurden immer sehr herzlich begrüßt. Der Vater der ersten Familie sagte bzw. fragte beim Abschied, ob wir denn trotz des Staubes wiederkommen würden. Natürlich werden wir dieses tun. 🙂 Davon lassen wir uns doch nicht abhalten. Die zweite Familie war noch herzlicher. Der Vater wollte uns unbedingt was zu Essen und Trinken anbieten. Wir bekamen jeder sin Softgetränk und es gab Brot. Wir fanden es schon zu viel, etwas zu trinken anzunehmen, von jemandem, dem wir ja gerne helfen möchten. Zum Ende hin hat Psteen ihm dann erklärt, dass wir versuchen werden Sponsoren für seine Kinder zu finden, damit diese in die Schule gehen können. Aber immer mit dem Hinweis, dass wir nicht wissen, ob wir Sponsoren finden werden. Zum Dank hat er mir dann am Ende noch 3 Eier geschenkt. 🙂 Ich hätte sie ihm gerne überlassen, aber diese nicht anzunehmen, wäre unfreundlich gewesen. Das dritte Kind, welches wir besuchten, wohnt in einer noch weiter abgeschiedenen Gegend. Sie ist 5 Jahre alt und lebt bei ihrer HIV kranken Großmutter. Wie genau der Zustand der Oma ist, konnten wir nicht erfahren, da sie gerade im Krankenhaus war, um die HIV Medizin zu bekommen. Psteen erklärte uns, dass Kinder in Afrika immer draußen sind, während die Erwachsenen nicht zu Hause sind. Wir wunderten uns nämlich, dass das Haus abgeschlossen war und die Kinder draußen in einer Art Hühnerstall warteten. Diese Hausbesuche machte ich zum Glück nicht alleine, sondern mit Magdalena und Isabella, die gerade als Freiwillige im Cradle tätig sind. Ich war da sehr froh drüber, denn so konnte ich meine Gedanken direkt auf deutsch mit Jemandem austauschen. Last but noch least besuchten wir an dem Tag noch den kleinen Gifty. Er war im Cradle, als ich das erste Mal vor Ort war. Der Kleine lebt jetzt bei dem Mann, der ihn damals in einer Toilette gefunden hatte. Denn er wurde ausgesetzt. Auch hier ist es wichtig, einen Sponsor zu finden, der es ihm und seiner (neuen) Schwester bald ermöglicht zur Schule zu gehen. Die beiden sind 5 Jahre alt und könnten ab Januar zusammen die Schulbank drücken. Als wir auch hier unsere Fotosession erledigt hatten, bat uns die Oma noch zu sich nach Hause und war äußerst glücklich über Kommen. Das nächste Mal sollten wir doch aber bitte eher Bescheid sagen, denn dann würde sie uns etwas zu Essen zubereiten.JGleiches sagte uns auch schon der Vater der Zwillinge. Die Massai sind einfach sehr gastfreundlich.

Ich schreibe und schreibe und immer wieder komme ich nicht zum Ende und ein neuer Tag kommt hinzu… ich hoffe, jetzt aber Mal ein Ende zu finden. Freitag ging es wieder ins Cradle und das eigentlich besondere an dem Tag war, dass mich Emmanuel von dort abholen sollte und dann mit meinem Auto überraschte:

Endlich 🙂 Darauf wartete ich schon so lange. Nun wird die Werbung durch die Gegend gefahren. Ich hoffe, dass es vielleicht ein kleines bisschen Werbung bringt. 🙂

Wir fuhren noch in ein neues Restaurant mit jamaikanischem Essen und später in einen Club zum Tanzen. Ich glaube die Menschen hier stehen auf viel zu lauten, schlechten Sound. 😉

Ich entschied mich am Samstag ins Cradle zu fahren. Mal wieder mit dem Dalla. Ich dachte, dass es am Samstag bestimmt nicht so voll sein wird in diesen Bussen. Pustekuchen! Ich bekam einen Stehplatz. Das bedeutet nicht wie bei uns mal eben in einem Bus stehen. Nein, man steht krumm in einer Ecke, versucht sich krampfhaft festzuhalten um nicht auf die anderen Gäste drauf zu kippen. Nach einem Dallawechsel, weil sich der Fahrer mal wieder dazu entschieden hatte die Richtung zu wechseln, kam ich doch noch nach einer gefühlten Ewigkeit beim Cradle an. Fast das gleiche Spiel bot sich dann auch auf der Rückfahrt. Jedoch ohne Wechsel des Fahrzeugs. Wieder in der Stadt angekommen ging es Mal wieder in die Stadt Sachen erledigen, zu unterschiedlichen Handwerkern und schließlich in unser Stammrestaurant und nun sitzen wir auf unserem Balkon und werden noch Sarahs Geburtstagsgeschenk einlösen und gehen ins Le Patio.

Nun ist aber wirklich Schluss 🙂

Bis bald aus Sansibar
Katherina

11.10.2018: Lake Natron

Seit Montag sind endlich auch Carla und Sarah in Tansania angekommen. 🙂 Nach einem langen Tag im Cradle und anderen aufregenden Ereignissen, auf die ich bei Gelegenheit noch zurückkommen werde, habe ich die beiden am Abend noch in der Stadt getroffen und wir konnten ein bisschen quatschen. Die beiden haben auch einen Verein gegründet, um ein Kinderheim und eine Vorschule hier in Arusha zu unterstützen.

Dienstag hatte ich ursprünglich geplant einen Tag im Cradle zu verbringen, aber es kommt ja meist anders als man denkt hier in Tansania. Also fuhr ich anstatt ins Cradle mit Psteen in die Stadt und nutzte die Gelegenheit die mitgebrachten Spenden von Sarah im Mwanga, der Vorschule, die unterstützt werden soll, dort vorbeizubringen. Der Weg führte glücklicherweise direkt bei Mama Susi vorbei und ich konnte mir schon mal aus meinem neu errungenen Stoff eine Hose schneidern lassen. Ich hoffe, dass ich sie auch bald abholen kann. 🙂

Nachdem ich dann mit beim Mwanga war und von dort mit dem Piki zum Frisör bin, verbrachte ich dort die restliche Zeit des Tages. Innerhalb von 5,5 Stunden habe ich wieder meine Zöpfe gezaubert bekommen. 🙂

Spontan entschied ich dann im Laufe des Tages am nächsten Tag zusammen mit Christa, die auch gerade im Cradle ist, zum Lake Natron zu fahren. Sie hatten schon alles organisiert und ich musste am nächsten Tag nur sehr früh ins Auto steigen. 🙂

Wir fuhren samt Koch und anderem Fahrer einige Stunden bis zum Lake Natron. Der Weg führte entlang des Rift Valley, welches bis nach Kenia hineinführt. Nach bereits zurückgelegten 2 Stunden folgte noch eine gefühlte Ewigkeit auf einer Buckelpiste. Vorbei an liegengeblieben Trucks und wunderschönen Aussichten. Btw. der Truck hatte es am nächsten Tag endlich in das Dorf geschafft …

Am Lake Natron angekommen machten Psteen und ich noch eine Wanderung zu einem Wasserfall. Der lokale Guide sagte zu mir, ich sollte besser offene Schuhe anziehen, denn wir müssen auch durch den Fluss gehen. Na ja, ich hatte die Wahl zwischen Turnschuhen und Flipflops – ich entschied mich erstmal für beides. Na ja, nachdem ich das erste Mal das Wasser durchquerte und meine Flipflops echt rutschig waren mit nassen Füßen, ich beim zweiten Durchqueren des Flusses auf lauter Steine getreten bin, entschied ich mich doch die Turnschuhe zu nehmen. Sicher ist sicher. Wollte bzw. will hier ja noch ne Weile bleiben 🙂 Ab und an war das Wasser schon recht tief, aber trotz kurzer Beine hab ich es geschafft, fast trocken zu bleiben. 😉 Als ich bei dem Wasserfall um die Ecke kam, hatte ich ein wahres WOW-Erlebnis: Der Wasserfall mit den Palmen, umgeben von den Felsen sah für mich traumhaft aus. Psteen war enttäuscht: Er sei ja viel zu klein. Er müsse nochmal wiederkommen und dann die 6 Stunden Wanderung zum wirklich großen Wasserfall machen. Also der Lake Natron liegt in der Steppe. Da wird es richtig schön warm, wenn die Sonne scheint. Ich möchte da keine so lange Wanderung machen. 😉

Wieder im Camp angekommen gab’s dann auch schnell Dinner und wir sind ungefähr genauso schnell danach auch im Bett gewesen. Heute morgen ging es dann zum Sonnenaufgang zum Lake Natron. Endlich. Christa konnte es kaum noch erwarten, endlich die vielen Flamingos zu sehen. Um 6:15 Uhr ging’s also los. Auf dem Weg vor uns waren noch zwei anderen Autos unterwegs. Schnell bemerkten wir, dass eines davon leider so gar nicht mehr unterwegs war, sondern im Sand feststeckte. Da wir das nicht auch riskierten wollten und die Fahrer sich miteinander absprachen, wurden die drei aus dem steckengeblieben Auto kurzer Hand umgeladen und wir setzten die Fahrt für ein kurzes Stück weiter fort, bis die Fahrer der Meinung waren, es sei besser die Autos stehen zu lassen und zu laufen. Gesagt, getan. Endlich kamen wir zu Fuß dem See immer näher und die Kulisse mit dem Rift Valley und dem Vulkan im Hintergrund war traumhaft. Aber seht einfach selbst:

Unser Frühstück konnte dann doch noch in der Nähe des Sees stattfinden, da der Fahrer es schaffte, das Auto zu uns zu bringen.

Zurück im Camp bin ich dann mit in einem Auto voller Maasai, Guides und der anderen Touristin zum feststeckenden Auto gefahren. Die Diskussion, ob das Seil, welches im Camp zur Verfügung stand, ausreichend würde, erübrigte sich, nachdem festgestellt wurde, man bräuchte noch ein paar Schaufeln … Während also unser Fahrer und der andere Guide wie wild durch die Wüste gedüst sind haben die Maasai angefangen mit den Händen das Auto auszugraben und Stocker unter die Reifen zu legen. Ende vom Lied: Auto war dann Maasai und einem Schupser wieder frei. Wir konnten zu Mittag essen und danach die ewig lange Rückfahrt antreten. Ich fragte mich die ganze Zeit, ob wir wohl nochmal tanken würden vor der Rückfahrt. Mitten im nirgendwo halt. Aber nein, wir führen mit einem ¼ vollen Tank wieder zurück. Die Tanknadel bewegte sich immer weiter gen Null und es machte mich doch ein wenig nervös. Auf die letzten Meter bis zur Hauptstraße (1,5 – 2 Stunden waren das) wurde dann auch mal der fast leere 2te Tank genutzt… Wir haben es aber geschafft. Wieder nach 4 Stunden staubiger und sehr ruckeliger (African Massage) Fahrt waren wir wieder in Arusha angekommen. Aber eins weiß ich nun: Ich freu mich total wieder hier zu sein und kann die Safari, die ich mit meiner Mutter machen werde, kaum erwarten. 🙂 Denn schon jetzt waren auf dem Hin- und Rückweg lauter Giraffen, Zebras und Antilopen zusehen.

 

Nun geht’s auch schnell ins Bett, damit ich für morgen und das Cradle wieder fit bin.

Bis denn
Katherina

08.10.2018: She’s back again

Nachdem ich immer mal wieder gefragt wurde, ob ich nicht mal wieder Blog schreiben möchte, hatte ich heute tatsächlich das Bedürfnis, dieses wieder zu tun.

Aber von vorne. Ich bin endlich wieder zurück in Tansania. Aber eigentlich ist mein letzter Besuch noch gar nicht so lange her. Ich war schließlich erst im März 2018 wieder hier. Trotzdem ist es immer wieder aufs Neue schön hier her zu kommen. Dieses Mal vor allem um für Giving Smiles e.V. einiges in die Wege zu leiten. JDieser Verein ist mir eine große Herzensangelegenheit und ich bin froh, dass ich jetzt alles persönlich bzw. direkt mit Psteen, dem ehrenamtlichen Leiter des Cradles, klären kann. (Mehr Infos dazu findest du auf givingsmiles.org)

Am Freitag, 05.10.2018 ging es für mich dann nach langer Vorbereitung endlich los. Nachdem ich beim letzten Mal so schlechte Erfahrungen beim Flug machen musste, hatte ich etwas Angst, dass wieder etwas dazwischenkommen wird. Aber ich hatte Glück und am Ende auch nur ein wenig Verspätung. Am Kilimandscharo Flughafen wurde ich abgeholt und schon fühlte es sich an, als wäre ich gar nicht lange weg gewesen. 🙂

Ich kam bei Psteen zu Hause an, machte mich frisch und fuhr direkt in die Stadt. Es war eine wunderschöne, schwitzige und vor allem sehr lange Fahrt mit dem Dalla in die Stadt. Ich gebe zu, das habe ich nicht sooo sehr vermisst. Aber es ist nun mal der günstigste Weg. Nach ein paar Erledigungen und einigen erfolglosen Versuchen ein Dalla wieder nach Hause zu bekommen, entschied ich mich Psteen anzurufen und mich abholen zu lassen. Da es mittlerweile fast 17 Uhr war und er noch was in der Stadt etwas erledigen wollte, blieb am Ende sogar noch Zeit den Sonnenuntergang vom Place Hotel anzuschauen.

 

So ging der erste Tag doch noch wunderbar zu Ende.

So viel sei schon jetzt anzumerken: Das Wetter ist traumhaft und es darf gerne so bleiben.

Am Samstagabend entschied ich am nächsten Morgen mit Psteen in die Kirche zu gehen. Die kommenden Sonntage werde ich vermutlich nicht mehr die Gelegenheit dazu haben und ich dachte, die Gelegenheit hier mal eine Kirche zu sehen, ergreife ich.

Gesagt, getan. Am Sonntag ging es um kurz vor 7 Uhr in die Kirche. Genau. Nach einer Nacht im Flugzeug mit kaum bis gar keinem Schlaf entschied ich mich am nächsten Morgen sehr früh aufzustehen, um mir die Kirche anzuschauen. Aber es hat sich gelohnt.

Wir kamen fast zu spät. Wir waren um 2 Minuten nach 7 Uhr dort und die Kirche war proppenvoll. Wir bekamen nur noch einen Platz am Rand. Vor mir saß ein älterer Herr, der mich zum Nachdenken bewegt hat. Und das auf verschiedenste Art und Weise. Er trug lila Nike Turnschuhe, dazu pinke Schnürsenkel, sie waren ihm ein wenig zu klein, man sah wie seine Zehen vorne gegen den Schuh drückten. Aber würde er jemals etwas Negatives über diese Schuhe sagen? Vermutlich nicht. Wie dankbar er vielleicht war, solch tolle Schuhe zu haben. Mir schossen nur solche Gedanken durch den Kopf. Wir sollten uns viel öfters über die kleinen Dinge im Leben freuen und zufrieden sein, mit dem, was wir haben und was wir uns alles leisten können. Einfach so, wann immer wir möchten. Er war ein dünner, im Gesicht sehr knochig wirkender Mann. Ich kann sein Alter beim besten Willen nicht einschätzen. Am liebsten hätte ich ihn gefragt, wie es ihm geht, ob er Familie hat und ob alle versorgt sind. Da solche Fragen aber auch sehr verletzend sein können bzw. man nie weiß, wie sie beim Befragten ankommen würden, verkniff ich mir jede einzelne Frage und dachte, es wird ihm bestimmt gut gehen. Die Hintergründe, warum die Menschen hier und bei uns in die Kirche gehen sind bestimmt an sich dieselben. Sie bitten Gott um Hilfe und sie wissen, Gott wird es schon richten. Wenn wir klagen, dann tun wir dies auf hohem Niveau. Uns geht es doch eigentlich ziemlich gut. Oder? Falls du noch nicht der Meinung bist, dann öffne deine Augen und schaue über deinen Tellerrand hinaus. 🙂

Es gab während des Gottesdienstes zweimal die Möglichkeit eine Spende abzugeben. Die erste war für die Kirche, natürlich standen hier alle auf und brachten etwas nach vorne. Sehr geordnet, Reihe für Reihe. Ich war sehr überrascht, wie gut das funktionierte. Dann wurde wieder gesungen und gebetet, gesungen und gebetet und dann irgendwann kam die zweite Runde für das Spenden. Psteen stand plötzlich auf und ich wartete eigentlich, dass es wieder Reihe für Reihe losging. Ich fragte Psteen, warum es nicht so läuft wie beim ersten Mal und als er dann sagte, dass erkläre ich dir gleich, ist mir natürlich sofort aufgefallen, was ich gerade für eine dumme Frage gestellt hatte. Natürlich ist es nicht jeder Person möglich eine Spende für eine andere abzugeben. Denn die zweite Spende ist meist für jemandem aus der Gemeinde, der eventuell gerade im Krankenhaus ist oder für etwas Anderes wo ganz dringend Geld benötigt wird. Wie dumm von mir. Vor allem, weil ich mir gerade davor so viele Gedanken über den vor mir sitzenden Mann gemacht hatte.

 

Trübsal blasen war vorbei, nach der Kirche besuchten wir das Cradle. Ich blieb für einige Stunden und fuhr dann mal wieder in die Stadt. Ich liebe ja schließlich das Fahren mit dem Dalla. 😉

In der Stadt traf ich Emmanuel, wir schlenderten durch die Stadt und gingen zum Markt. Endlich kann ich wieder leckere Avocados kaufen. Darauf habe ich mich schon sehr gefreut. Auch die Mango-Saison startet wieder. Ein Traum! JNach erfolgreichem Shoppen auf dem Markt und natürlich auch dem Stoffmarkt ging es wieder nach Hause. Das erste Wochenende war wieder einmal sehr schön 🙂

Hier noch ein paar Impressionen aus der Stadt:

Mount Peru im Hintergrund. Kleine Bruder vom Kilimandscharo.

Just the normal life down here 😉

Das ist nochmals der Mount Meru. Traumhaft schön.

In der Stadt blühen überall die Bäume. Psteen erklärte mir, wenn die Bäume blühen, Weihnachten vor der Tür stünde. 🙂 Na ja, ein bisschen ist es ja noch hin. 🙂

Nun gehe ich erstmal zurück ins Cradle und schaue, ob ich ein paar schöne Bilder von lachenden Kindern knipsen kann. 😉 Getreu dem Motto: Giving Smiles.

Bis bald
Katherina